1. Vorsitzender Manfred Beck, Ehrenvorsitzender Albert Schäfer und Landrat Dr. Hubert Faltermeier

Laudatio des 1. Vorsitzenden des Kreisfischereivereins
Manfred Beck an Herrn Albert Schäfer

Am 10. Januar 1953 – vor 61 Jahren haben sich 47 Angler im Kelheimer Kaffee Ramona eingefunden und den Kreisfischereiverein Kelheim gegründet.

Hans Kellerer wurde damals zum 1. Vorsitzenden gewählt, musste aber, aus beruflichen Gründen, sein Amt schon ein Jahr später an den 2. Vorsitzenden, Herrn Staatssekretär Josef Bauer übergeben. Dieser führte den Verein bis 1978.

Bereits 10 Jahre nach der Vereinsgründung, also 1963 ist Albert Schäfer dem Kreisfischereiverein Kelheim beigetreten und hat ab 1968 bis 1975 das Amt des Jugendwarts ausgeführt.
1975 wurde Albert Schäfer zum 2. Vorsitzenden gewählt und übte gleichzeitig das Amt des Gewässerwarts aus.

 

3 Jahre später, im Jahr 1978 – nach dem überraschenden Tod von Staatssekretär Josef Bauer – hat Albert Schäfer das Amt des 1. Vorsitzenden übernommen und dies mit viel Engagement und großem Erfolg bis zum 06. Januar 2014 begleitet.
Fast 36 Jahre lang erster Vorsitzender – den Rekord Albert, wird ihm vermutlich keiner mehr nehmen.

In diesen 36 Jahren ist unter seiner Führung mit großem persönlichen Einsatz und Fachkompetenz aus dem zarten Pflänzchen von 1953 nicht nur ein großer stattlicher Baum, sondern ein ansehnlicher Wald entstanden. 1978 als er die Vereinsführung übernommen hat, zählte der KFV 779 Mitglieder, heute sind es über 2.500! Von den Gewässern, die in diesem Zeitraum dazugekommen sind – allem voran die Fischereirechte in der Donau, ganz zu schweigen.
Wichtige Meilensteine waren während seiner Amtszeit zu setzen, von denen hier nur die allerwichtigsten erwähnt werden:

Das war zum einen der Bau des Rhein-Main-Donau-Kanals bei dem unsere Fischgewässer im Bereich der Altmühl vollständig umgekrempelt wurden. In diesem Zeitraum waren viele Termine für Besprechungen und Ortsbesichtigungen wahrzunehmen, viele harte Verhandlungen zu führen und Vereinbarungen abzuschließen.
Die Nachwirkungen der damals festgesetzten Naturschutzrichtlinien beschäftigen uns in Form des damals erstellten Naturschutzplans noch heute.  Viele Auflagen in diesem Plan haben sich aufgrund der nun über 30-jährigen Betriebszeit des Kanals als suboptimal herauskristallisiert. Bei den Behörden scheint aber dieser Plan in Stein gemeißelt zu sein. An dieser Baustelle werden wir noch viel zu tun haben.

Der zweite markante Meilenstein ist der Kauf der Fischereirechte in der Donau zwischen Irnsing bei Neustadt a. d. Donau und Mariaort bei Regensburg.  Dieses Fischereirecht ist mit einer Länge von 48km das längste zusammenhängende Fischereirecht Deutschlands in einem Fließgewässer!

Dieser Kauf mit einem Preis von ca. 3,4 Mio DM war mit Sicherheit eine der größten Entscheidungen, die während seiner Amtszeit von der Vorstandschaft getroffen werden musste. Auch wenn dieses Fischereirecht mit den sogenannten „dinglichen Fischereirechten“ belastet ist und diese untergeordneten Rechtsinhaber uns seit Jahrzehnten von einem Rechtstreit in den anderen treiben, die Entscheidung zum Kauf war absolut richtig und verdient unseren absoluten Respekt und Anerkennung. Was wäre denn, wenn Albert Schäfer dieses, zugegeben nicht geringe finanzielle Risiko nicht eingegangen wäre? Das längste zusammenhängende Fischereirecht Deutschlands wäre in private Hände gefallen und womöglich zerstückelt worden. In jedem Fall wäre es kommerziell ausgeschlachtet worden. Die Erlaubnisscheine für dieses Gewässer wären dann mit Sicherheit nicht zu dem Preis erhältlich, wie ihn der Kreisfischereiverein heute anbieten kann.
Von 1993 bis 2008 war er als Schriftführer Mitglied des geschäftsführenden Präsidiums des Landesfischereiverbands Bayern.

Das war eine Schlüsselfunktion, die für den Kreisfischereiverein Kelheim von großem Vorteil war. Bei Problemen hatte dadurch der Kreisfischereiverein Kelheim den direkten Draht bis hin zu den Ministerien.